Traumfrau zwischen Liebe und Alptraum

»Es gibt keinen Ort, an dem ich dich nicht finden könnte«, sagte die Traumgestalt. Irgendwo weit weg hörte ich ein vertrautes Klingeln, das mich ärgerlich und froh zugleich stimmte. Mein Wecker? »Da täuschst du dich«, erwiderte ich. »Ich kann aufwachen.« Und das tat ich.

Dawn, die Heldin in Kathryn Smith' Roman, kann durch Willenskraft Träume beeinflussen – schließlich ist sie die Tochter von Morpheus, dem König der Träume! Doch Dawn steckt in der Klemme: Sie hat Alpträume, in denen sie von einem Fremden gequält und angegriffen wird. Auch Noah, ein Künstler, der ihr heimlicher Traummann ist, wird von schlimmen nächtlichen Begegnungen schier in den Wahnsinn getrieben. Ein alter Mann, der Dawn kürzlich beim Einkaufen erschreckte, weil er ihre wahre Natur erkannte, bestätigt ihre schlimmsten Befürchtungen: „Die Tochter der Träume“ muss gegen einen Traumdämon kämpfen. Nur so kann sie sich und Noah aus dessen Bann befreien. Der Kampf ist hart und gefährlich. Sie muss sich guten und bösen, mächtigen und hinterlistigen Wesen stellen. Dabei erfährt sie, dass die Grenzen zwischen Traumreichgeschöpfen, Sterblichen und Halbblütern fließend sind...

Traumlexikon (1. Teil)

Was deine Träume bedeuten

Im Roman steigt Dawn tief in die magische Traumwelt ein. Um zu ihres Vaters Schloss zu gelangen, muss sie durch ein Tor aus Horn und Elfenbein. Es gilt, Nebel zu überwinden und Schneebällen auszuweichen. Im Reich der Träume trifft Dawn schließlich ihre Eltern: König und Königin. Was sagen eigentlich Psychologen und Traumforscher zu den Traumsymbolen, die im phantastischen Roman von Kathryn Smith vorkommen?

B wie Bett

(Im Roman hat Dawn eine überaus prickelnde Begegnung im Traumreich.)

Wenn du von Betten träumst, hat das nicht unbedingt etwas mit deiner sexuellen Beziehung zu tun, sondern mit deinem Seelenleben. Mind the bed, please: Ist es sauber und ordentlich gemacht, deutet das auf Harmonie und Beständigkeit in deinem Leben hin. Ist es zerwühlt, kommen unruhige Zeiten auf dich zu – vielleicht sogar die große Krise. Siehst du ein schmutziges Lotterbett, könnte das bedeuten, dass du innerlich aufgewühlt oder unzufrieden bist. Ein leeres Bett könnte die Trennung von deinem Liebsten ankündigen. Siehst du in deinem Traum ein großes Bett, treibt das Thema Erotik dich gerade ganz schön um. Siehst du dich und deinen (Dream-)Lover in Action, heißt das: Du sehnst dich nach Liebe, Lust, Leichtigkeit und Lebendigkeit. Bei einem kleinen Bett lebst du wohl gerade wie eine Nonne oder ein Mönch. Oder ein anderes Thema fasziniert dich im Moment viel stärker...

E wie Eltern

(Dawns Eltern leben als König und Königin im Traumreich. Sie allerdings unter besonderen Umständen ...)

Träumst du von deinem Vater, geht’s in deinem Leben womöglich gerade um Themen wie Recht und Ordnung, Dominanz und Unterwürfigkeit. Bist du schwer verknallt, heißt das: Du vergleichst deinen Neuen (Künftigen?) mit deinem Papa. Träumst du von einem König, symbolisiert dieser auch deinen Vater – oder eine andere Vaterfigur. Träumst du von deiner Mutter, kann es sein, dass du dich in eine bestimmte Rolle gedrängt fühlst, die nicht zu dir passt: das schwache Mädchen, die Fürsorgliche, die Herrscherin, die Dienerin? Therapeuten sagen: Echte, erwachsene Beziehungen sind nur möglich, wenn man sich von seinen Eltern abgenabelt hat. Wenn du dich im Traum mit deinen Eltern streitest, könnte es sein, dass du total im Schlamassel steckst – und zwar selbstverschuldet. Wenn du deine Eltern sterben sieht, heißt das: Werde flügge!

D wie Dolch

(Dawns Waffe hat eine besondere Klinge – mit ihr kämpft sie gegen den Traumdämon.)

Sigmund Freud lässt grüßen: Träumen Frauen von einem Dolch, sagen Traumforscher, träumen sie eigentlich von einem Penis. Aber es gibt auch noch andere Deutungen. Bist du selbst mit einem Dolch bewaffnet, könnte das eine Warnung sein: Du schwebst in Gefahr! Vorsicht auch bei einem Dolch, den du im Boden stecken siehst. Das ist ein schlechtes Omen. Kämpfst du mit dem Dolch gegen jemanden, heißt das: Du wirst bald über einen Gegner oder Konkurrenten triumphieren. Wirst du von einem Dolch verletzt, könnte dich demnächst eine traurige Nachricht erreichen. Siehst du eine blutbefleckte Klinge, hast du womöglich hinterlistige, gefährliche Feinde. Oder dein Partner ist gerade arrogant, aggressiv oder dominant...

N wie Nebel

(Im Roman ist der Nebel eine lebendige Wesenheit, die die Grenzen des Traumreichs beherrscht. Er wehrt Feinde ab und hindert normalsterbliche Träumer daran, sich zu weit ins Traumreich zu verirren.)

Nebel im Traum steht oft für Selbstzweifel und Unsicherheit. Er sagt dir indirekt, dass es Zeit ist, sich um dein Selbstwertgefühl oder um gewisse Erkenntnisse zu bemühen. Nebel kann auch als Symbol dafür stehen, dass du andere täuschen willst, ihnen etwas Falsches vorspielst oder in ihren Augen anders wirken willst. Vielleicht möchte der Traum dir sagen, dass du stärker auf deine Intuition hören sollst. Bist du im Traum regelrecht umnebelt, heißt das: Du schwebst auf Wolke sieben, bist glücklich – oder wirst es in naher Zukunft sein. Totale Umnachtung hingegen, wenn du mit dem Auto durch dichten Nebel fährst. Dann hast du wohl wenig Durchblick im Moment – oder fetten Ärger. Wenn du sieht, wie sich der Nebel lichtet und die Sonne zum Vorschein kommt, könnte das bedeuten: Du hast deine Enttäuschung bald überwunden!

S wie Schnee

(Im Roman wird Dawn von ihrem Vater mit Schneebällen beworfen.)

Schon die alten Ägypter sagten: Rieselt in deinem Traum Schnee – gehen Lawinen ab oder fliegen Schneebälle – dann steht dir eine große Veränderung bevor: Hochzeit, Trennung, Geburt eines Kindes? Sehr oft deuten Schneeträume auf emotionale Probleme oder Hemmungen hin – oder sie warnen dich davor, dass deine Gefühle für eine bestimmte Person erkalten. Gibst du gerade die Eisprinzessin? Das soll nicht heißen, dass dein Herz grundsätzlich eine zugefrorene Hölle ist. Schneeträume bedeuten in der Regel, dass man sich für die Sache (oder den Menschen) schon bald wieder erwärmen kann. Wenn der Schnee schmilzt, deutet das auf wunderbare neue Gefühle hin. Achtung: Wer nachts mühsam durch tiefen Schnee watet wie der müde Yeti, könnte in einen Hinterhalt gelockt werden ...

S wie Schloss

(Das Schloss im Roman ist der Wohnsitz von Morpheus und Dawns Mutter.)

Du träumst von einem Schloss, einer Burg oder einem Haus? Das spiegelt deinen Seelenzustand wieder. Ein prächtiges Schloss heißt: Du bist in grandioser Verfassung oder hast gerade eine Glückssträhne. Siehst du eine verfallene, verbarrikadierte Ruine ... nun ja, dann geht’s dir wohl gerade nicht so doll. Betrittst du im Traum ein Schloss oder eine Burg, heißt das: Du wirst ein großes Abenteuer erleben! Wie das ausgeht, kann allerdings keiner so genau sagen. Manchmal deuten Burgen oder Schlösser auch auf einen Mutter- oder Ödipuskomplex hin. Brennt das Schloss, holst du dir besser sofort einen Termin beim Therapeuten...

All you need is love: Die Amerikanerin Kathryn Smith entbrannte als Zehnjährige für Bücher. Ihr Vorbild war Kathleen E. Woodiwiss, Pionierin für historische Liebesromane. Nach dem Studium der Literaturwissenschaften begann Kathryn ebenfalls Romane zu schreiben – mit enormem Erfolg. Im Knaur Verlag erscheint ihre sinnlich-spannende Fantasy-Reihe „Schattenritter“. Im PAN Verlag werden ihre traumhaften Geschichten um das „Halbblut“ Dawn fortgesetzt.
Mehr Infos: www.kathryn-smith.com