Interview mit Amber Kizer
Autorin von „Meridian. Dunkle Umarmung”PAN VERLAG: Liebe Amber – deine junge Heldin Meridian hat schon eine ganze Menge toter Tiere in ihrem Leben gesehen. Was ist da los – warum kriechen die nachts zu ihr aufs Kopfkissen?
AMBER KIZER: Wenn ich das jetzt ausführlich erzähle, ist die Spannung im Eimer! Nur so viel: Meridian ist schon immer vom Tod umgeben. Sterbende Seelen – Tiere wie Menschen – sind magisch von ihr angezogen. Erst im Laufe des Romans verstehen die Leser, warum Meridian so attraktiv für die Sterbenden ist. Meine Geschichte erzählt, wie sie lernt, damit umzugehen. Und wie sie ihrem eigenen Tod ins Auge blicken muss.
PAN VERLAG: Um ihren 16. Geburtstag herum muss sich Meridian der Tatsache stellen, dass sie eng mit dem Tod verbunden ist – und vermutlich für den Rest ihres Lebens eine “Fenestra” sein wird. Was heißt das für sie? Und was ist gefährlich daran?
AMBER KIZER: Ja, Meridian wird für immer eine Fenestra sein. Das sind menschliche Engelwesen, die dazu geschaffen wurden, den Sterbenden ins Jenseits herüberzuhelfen. Wegen Meridians familiärer Abstammung – und wegen ihres Geburtsdatums – besitzt sie ihre Gabe von Geburt an und wird sie für immer behalten. Der Job einer Fenestra ist es, ein Kanal, eine Art medialer Leitung für die soeben Verstorbenen zu sein. Sie hilft ihnen, zu einem guten Ort zu gelangen – ob du das nun Himmel, Nirvana, Erleuchtung oder Leben nach dem Tod nennst. Fenestrae sind ein offenes Fenster für die Energie, die den menschlichen und den tierischen Körper im Moment seines Todes verlässt. Menschliche Seelen beginnen, Meridians Gegenwart zu spüren, als sie 16 wird. Jetzt beginnt der Ärger. Denn wenn sie nicht versteht, welche Kraft und welche Gabe sie hat, werden sich die Seelen, die durch sie hindurchgehen möchten, in Meridians Lebensenergie “verhaken” – und sie mit sich in die andere Welt ziehen. Das würde sie töten! Das ist eine der härtesten Lektionen, die Meridian lernen muss.
PAN VERLAG: Als Meridian 16 wird, treten außerdem die Aternocti, auf den Plan. Was führen diese finsterenKreaturen im Schilde?
AMBER KIZER: Diese dunklen Mächte können Meridian ebenfalls wittern. Sie wollen, dass sie eine von ihnen wird. Falls sie das nicht will, muss sie sterben. So tobt im Roman auch ein Kampf der Mächte: das Gute gegen das Böse, das Leben gegen den Tod und das Licht gegen die Dunkelheit. Ich glaube an die Balance aller Dinge – besonders beim Geschichtenerzählen. Die Aternocti sind das Gegenstück zu den Fenestras. Sie sind Portale, Fenster, zu den finsteren Orten. Zur Hölle, zur Unwissenheit – oder was immer du dazu sagst. Die Aternocti wollen Macht, Chaos und Zerstörung. Sie streben nach der Dunkelheit und wollen so viele Seelen wie möglich auf ihre Seite des Schlachtfelds ziehen. Im Moment ist der Ursprung der Aternocti noch nicht ganz klar, aber ich freue mich, euch sagen zu können: Es gibt eine Fortsetzung des Romans in den USA, vermutlich 2011 – hoffentlich auch in Deutschland! Dort werde ich mehr zu den finsteren Seelen verraten. Ich bin übrigens ganz begeistert davon, ins Deutsche übersetzt worden zu sein. Bitte schreibt mir unbedingt, was ihr von Meridian haltet (Anmerkung der Redaktion: Bitte gebt eure Leserstimme ab – wir werden Amber eine Übersetzung davon schicken.).
PAN VERLAG: Was hat dich zu dem Roman inspiriert?
AMBER KIZER: Der Roman liegt mir wahnsinnig am Herzen. Die Idee kam mir am Sterbebett meiner Großeltern – sie starben etwa 18 Monate nacheinander. Meine Familie entschied sich, mit einem wundervollen Hospiz in Indianapolis zusammenzuarbeiten. Da ich immer alles ganz genau wissen will, las ich damals einen Stapel Bücher über den Tod, den physischen Prozess und über Nahtoderfahrungen. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen sind wir ja alle Energie, aber wohin geht die bloß, wenn wir sterben? [...]
PAN VERLAG: Gibt es für die männliche Hauptfigur, für Tens, eine Inspiration aus dem richtigen Leben?
AMBER KIZER: Nein, ich wollte unbedingt einen starken Mann, der sich authentisch anfühlte. Leider gibt es keinen echten Tens!
PAN VERLAG: Welche Bücher liest du gern?
AMBER KIZER:
Eigentlich alles außer Computerhandbüchern und solche über mathematische Theorien. Die bereiten mir Kopfschmerzen! Meine Lieblingsautoren sind: Gabriel Garcia Marquez, William Faulkner, Stephen King, Margaret Atwood, Maya Angelou, Jude Deveraux, James Whitcomb Riley oder Eudora Welty.
Ihr wollt noch mehr über Amber erfahren? Dann besucht sie auch auf www.Goodreads.com, auf Facebook, auf www.MeridanSozu.com und auf www.AmberKizer.com


