ALTERRA
Von Maxime Chattam
Leseprobe
Tobias stöhnte erschrocken auf, als er Balthazar um den Tresen herum auf sie zugehen sah. Matt machte zwei Schritte rückwärts, als Balthazar vor ihm erschien. Der Anblick ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren: Ein weiterer Schlangenschwanz schaute unter dem Morgenrock des alten Mannes hervor, nur weitaus dicker als der erste, dick wie eine Faust. Er wand sich und zog sich dann blitzschnell wieder zurück, als hätte er begriffen, dass jemand ihn anstarrte.
Matt hörte Tobias auf den Ausgang zurennen.
»Verschwindet sofort von hier!«
Matt wich hastig zurück, während Balthazar drohend auf ihn zukam. Dann fuhr er herum und floh im Zickzack durch die hohen Regale, bis er endlich die Tür erreichte, die sich gerade hinter Tobias schloss. Das Tageslicht, das durch den Spalt hereinfiel, wirkte fern, beinahe unwirklich. Mit einem Satz stürzte Matt zum Ausgang, zog am Griff und drehte sich auf dem Absatz noch einmal um, ohne zu wissen, warum.
Der Alte stand am anderen Ende des Ganges zwischen seinem Gerümpel im Halbdunkel und musterte ihn. Als die Tür sich sachte schloss, grinste er selbstzufrieden. Und im letzten Augenblick sah Matt klar und deutlich eine gespaltene Zunge zwischen Balthazars Lippen hervorschießen, eine züngelnde Schlangenzunge.
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