Lamento

Von Maggie Stiefvater

Leseprobe

Wie lange er sich schon hier festklammerte, wusste er nicht. Jedenfalls lange genug, um seine Beine in dem eiskalten Wasser nicht mehr spüren zu können. Lange genug, um Mühe zu haben, den Kopf über Wasser zu halten. Das unheimliche Heulen der Hunde irgendwo in der Ferne beschleunigte seinen Herzschlag.
Er schloss die Augen, konzentrierte sich darauf, den Halt an der zerklüfteten Mauer des alten Brunnens nicht zu verlieren, und befahl seinem Herzen, langsamer zu schlagen. Hier drin können sie dich nicht riechen. Sie werden deine Spur im Bach verlieren, und hier werden sie dich niemals finden.
Die eisige Berührung des Wassers kroch weiter seinen Nacken hinauf. Er klammerte sich fester an die rauhen Steine und blickte mit einem erschöpften Seufzer in den klaren Nachthimmel auf. Wie lange schon? So lange, wie er sich erinnern konnte. Draußen verklang das Geheul; die Hunde hatten die Spur verloren.

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